Das Ehepaar Scheytt

Gotthold und Maja Scheytt haben die Arbeit in Rumänien gegründet, und sie seien hier an dieser Stelle vorgestellt. Ihre Glaubensüberzeugung und ihr Lebensstil hat die Arbeit so entscheidend geprägt, dass man das Wesen des Vereins „Barmherziger Samariter“ besser versteht, wenn man ihre Lebensgeschichte kennt.

Gotthold und Maja wurden in den 30er Jahren in Süddeutschland geboren. Sie haben den Krieg als Kinder bzw. Jugendliche erlebt. Sie sind beide evangelisch, geprägt durch den schwäbischen Pietismus. Immer schon verbanden sie eine Ehrfurcht und einen tiefen Glauben an Gott mit sozialer Verantwortung.
Sie haben sechs gemeinsame Kinder und danach noch weitere Kinder aufgenommen. Gotthold, von Haus aus Chemiker, bekam 1969 eine Anstellung bei den Chemischen Werken Hüls in Marl, wohin die Familie 1970 umsiedelte.

Die Geschichte vom barmherzigen Samariter hat Gotthold und Maja immer schon beeindruckt. Wenn sie Menschen Not leiden sahen, fühlten sie sich meist aufgefordert, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen.
Oft wohnten Notleidende manchmal monatelang bei ihnen, meist fiel die Entscheidung innerhalb kurzer Zeit. Besonders mit Kindern hatten sie tiefes Mitleid, und sie sahen dort auch ihre Möglichkeiten, ihnen zu helfen, indem sie ihnen einen Platz in ihrer Familie schufen. So kamen zu den sechs eigenen Kindern noch acht weitere Kinder dazu. Sechs davon blieben über viele Jahre.

1975 hatte Maja ein persönliches, sehr tiefes Erlebnis mit Gott, das ihrem Glaubensleben eine neue Qualität gab. Während sie vorher an Gott glaubte und sich von ihm begleitet fühlte, vertiefte sich nun dieser Glaube im Sinne einer persönlichen Beziehung. Bei Entscheidungen, in Nöten oder problematischen Situationen erlebte sie nun Gott als persönlichen Beistand, der sie durch diese Situationen zuweilen auf ungewöhnliche Weise hindurch führte.
Diese neue Art der Gottesbeziehung prägte nun auch das Familienleben.

1991 wurde Gotthold pensioniert und begann, sich für Rumänien zu interessieren. Er war zutiefst betroffen von der Not der Menschen dort, vor allem der Kinder.

Nach Mitarbeit in mehreren Projekten besuchte er 1992 in Kronstadt ein Auffangheim für Straßenkinder.
Diese wurden dort in einem Raum mit mehreren Etagenbetten gehalten, die Haare kurz geschoren, manchmal mehrere Kinder in einem Bett. Sie erhielten nicht einmal eine rudimentäre Versorgung und warteten darauf, von Eltern oder Verwandten abgeholt zu werden. Dies konnte mitunter sehr lange dauern. Sie gingen in der Zwischenzeit nicht zur Schule und erhielten keinerlei Anregung oder Förderung. Eigentlich waren sie lediglich weggeschlossen und vegetierten vor sich hin.

Vor allem eines der Kinder tat es Gotthold besonders an, und dieses Kind war im Grunde genommen der Anstoß für die Gründung des ASM.

Seit 1998 leben die Scheytts dann in Rumänien, um die wachsende Arbeit vor Ort besser unterstützen und koordinieren zu können.

Im Mai 2006 wurde bei Gotthold Lungenkrebs diagnostiziert, an dem er im März 2007 starb. Maja ging nach seinem Tod wieder zurück nach Rumänien und leitet seither allein die Arbeit vor Ort.