Hilfe für Roma

20 km von Ghimbav entfernt liegt Dumbravita, ein kleines Dorf, an das eine Romasiedlung angrenzt. Die Mehrheit der Roma ist bettelarm und lebt in erbärmlichen Verhältnissen.  Es ist kaum zu glauben, dass solch eine Lebensweise im heutigen Europa noch existiert.

In diesem Dorf etablierte der ASM zusammen mit einem Schweizer Kinderheim ein Projekt.

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Die Hilfe für die Romafamilien ist an den Schulbesuch der Kinder gekoppelt. Wer seine Kinder nicht zur Schule oder in den Kindergarten schickt, bekommt kein Brot mehr. Mittlerweile hat sich das System so etabliert, dass nahezu alle Kinder nun regelmäßig zur Schule oder in den Kindergarten gehen. So haben wenigstens sie die Chance auf ein besseres Leben (Bild: Frau Serbanescu mit einigen Schülern).

Wir unterstützen nur die allerärmsten Familien. Im Jahr 2013 waren es 76 Familien, insgesamt mehr als 300 Personen. Wir helfen mit Brot, das die Familien täglich abholen können, abhängig von der Kinderzahl und dem Schulbesuch. Im vergangenen Jahr waren das etwa 20.000 Laibe Brot.

Des weiteren helfen wir bei der Beschaffung von Papieren oder begleiten sie zum Gericht. Bei Bedarf helfen wir bei der Familienplanung.

Zweimal im Monat geben wir ein Lebensmittelpaket sowie Waschpulver, Sonderpäckchen zu den Feiertagen mit gespendeten Schulsachen und Süßigkeiten, manchmal zusätzlich auch Kleidung, Schuhe, Sandwiches oder Schulmaterial für die Kinder des Schulkurses „2. Chance“, dem Nachfolger unseres früheren Projektes.

.Zentrale Mitarbeiterin in diesem Projekt ist Frau Serbanescu (hier im Bild mit Maja Scheytt). Sie war 42 Jahre lang Lehrerin in Dumbraviţa und kennt nahezu alle Familien des Dorfes persönlich. Auf die Frage, was sie antreibt, diese Arbeit zu tun, lächelte sie und sagte: „Ich will Bedürftigen helfen. Schon früher hat es mich innerlich erregt, wenn ich jemand Hilflosen leiden sehen musste, sei es Mensch oder Tier. Ich habe immer auch nebenher kostenlose Nachhilfe gegeben und manche Schüler besuchen mich bis heute.“ Frau Serbanescu hat genau die richtige Mischung aus Barmherzigkeit, Strenge und Organisationstalent, dazu einen starken Gerechtigkeitssinn, um diese Arbeit mit den Romafamilien zu koordinieren. Sie führt genau Buch über alle Ausgaben, kann jederzeit auf den Cent genau Rechenschaft abgeben, und lässt sich durch die gelegentlichen einfallsreichen Tricks der Familien nicht beirren. Ihr ist der Erfolg unserer Arbeit zum großen Teil zu verdanken.

Unsere Hilfe ist buchstäblich der Tropfen auf den heißen Stein, doch wir geben den Menschen dort das Gefühl, dass jemand sich um sie kümmert. Des weiteren hoffen wir, dass die Kinder durch den Schulbesuch zum einen einen regelmäßigen Tagesablauf kennen lernen und zum anderen einen Schulabschluss erreichen. Dieser wird ihnen hoffentlich helfen, in Zukunft einen qualifizierten Beruf auszuüben, damit sie aus dem Teufelskreis der Armut ausbrechen können.