Das Kinderheim

Derzeit leben drei Kindergruppen auf einem umgebauten Bauernhof in Ghimbav. Die Kinder sind zwischen 6 und 19 Jahren und leben in festen, familienähnlichen Gruppen, die schon seit Jahren bestehen. Jeweils drei Mitarbeiterinnen leiten diese Gruppen im Schichtdienst, einige von ihnen schon jahrelang.

Die in ihrer Zusammenstellung homogenste Gruppe besteht aus fünf Kindern der Familie J. und einem weiteren Jungen.

Familie Joczi

Über lange Zeit wurde die Familie J. mit ihren sechs Kindern vom ASM betreut. Sie erhielten Kleidung, Nahrungsmittel, Möbel und Begleitung bei der Erziehung und Versorgung der Kinder, doch es stellte sich heraus, dass dies die Situation der Kinder nicht wesentlich verbesserte. Sie liefen im Winter barfuß, im Sommer fast ganz nackt herum und waren unzureichend ernährt. Sie erhielten keinerlei geistige Anregung, sondern waren im wesentlichen sich selbst überlassen. Die Eltern waren völlig überfordert mit der Situation.

Kristina JocziSchließlich griff 2001 das Jugendamt ein und entschied, dass die Kinder aus der Familie heraus genommen werden sollten. Es fragte diesbezüglich beim ASM an. Kurzerhand wurde Raum geschaffen, indem ein Appartement in Kronstadt gekauft wurde, um die Kinder aufzunehmen. Mittlerweile ist die Gruppe auf den Hof nach Ghimbav umgesiedelt...

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Das ist die Gruppe einige Zeit nach ihrem Umzug in unser Heim. Die Kinder lebten sich gut ein und wurden fröhlich und lebendig. Zwei kommen gut in der Schule zurecht, zwei haben Schwierigkeiten. Im Alltag wirken sie wie völlig normale Kinder. Heute sind die drei Großen schon im Teenageralter.

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Die zweite Gruppe besteht aus derzeit sieben Kindern im Altern von acht bis 19 Jahren. Auch sie lebt auf dem Hof. Im Gegensatz zur ersten Gruppe ist diese Gruppe bunt zusammengewürfelt und besteht aus Kindern ganz unterschiedlicher Familien.

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Seit Dezember 2010 haben wir eine neue, dritte Gruppe. Die sechs Kinder kommen aus drei verschiedenen Familien und haben zum Teil Schreckliches erlebt. Es ist unvorstellbar, welches Leid manche Kinder in Rumänien durchmachen. Verwahrlosung (zwei der Kinder lebten wochenlang völlig alleine in der elterlichen Wohnung) bis hin zu körperlicher Gewalt (ein Kind hatte mehrfache Armbrüche aufgrund von Schlägen) kommen hier in einem Maß vor, das erschreckend ist.

Wir hoffen, dass wir diesen Kindern ein Zuhause geben können, in dem sie nun Geborgenheit und Liebe erfahren, und dass es uns gelingt, mit ihnen ihr Leid aufzuarbeiten.