Geschichte des Vereins

1991 wurde Gotthold Scheytt pensioniert und begann, sich für Rumänien zu interessieren. Er war zutiefst betroffen von der Not der Menschen dort, vor allem der Kinder.

Nach Mitarbeit in mehreren Projekten besuchte er 1992 in Kronstadt ein Auffangheim für Straßenkinder.  Diese wurden dort in einem Raum mit mehreren Etagenbetten gehalten, die Haare kurz geschoren, manchmal mehrere Kinder in einem Bett. Sie erhielten nicht einmal eine rudimentäre Versorgung und warteten darauf, von Eltern oder Verwandten abgeholt zu werden, was mitunter sehr lange dauern konnte. Sie gingen in der Zwischenzeit nicht zur Schule und erhielten keinerlei Anregung oder Förderung. Eigentlich waren sie lediglich weggeschlossen und vegetierten vor sich hin.
Vor allem eines der Kinder tat es Gotthold besonders an, und dieses Kind war im Grunde genommen der Anstoß für die Gründung des Vereins Barmherziger Samariter (Asociatia Samaritaneul Milos – ASM).

LuminitsaDas Kind, dessen Schicksal Gotthold so stark ansprach, war Luminitsa. Hier auf dem Bild ist sie etwa 20 Jahre alt.
1992 war Luminitsa etwa fünf Jahre alt. Sie war geistig und körperlich behindert und sprach fast nichts. Ihre Herkunft und Identität waren unbekannt, daher gab es niemanden, den man über ihren Aufenthalt in dem Auffangheim hätte informieren können. Ihr Schicksal wäre es gewesen, bis zu ihrer geschätzten Volljährigkeit dort oder in einem Waisenhaus zu verweilen. Gotthold nahm sich vor, ihr eine Identität und ein Zuhause zu geben, und so begann die Geschichte des ASM.

Hof heute

Zunächst musste ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden, um tätig zu werden. Die Scheytts gründeten den Verein Asociatia Samariteanul Milos, was übersetzt „Verein Barmherziger Samariter“ heißt. Ferner kauften sie mit finanzieller Unterstützung von privaten Spendern und dem Diakonischen Werk Memmingen einen alten Bauernhof in Ghimbav/ Weidenbach in der Nähe von Kronstadt. Bis Juni 1995 wurde der Hof umgebaut und saniert, so dass der Verein im November 1995 die Genehmigung zur Aufnahme von Kindern erhielt.

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Emma mit FamilieIn der Zwischenzeit hatten Gotthold und Maja in Emma und Dan ein holländisch-rumänisches Ehepaar gefunden, das Eltern der ersten aufgenommenen Kinder sein würde. Im Dezember 1995 zog die erste Gruppe, zu der auch Luminitsa gehörte, in das Haus ein.

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Im Winter 1998 zogen die Scheytts dann selbst nach Rumänien, um die Arbeit besser unterstützen und leiten zu können.

Im Laufe der Jahre wurden noch ein weiteres Haus in Ghimbav, die Casa Noua, und ein Appartement in Kronstadt gekauft. Zwei weitere Kindergruppen entstanden. Ferner kamen andere Projekte hinzu.

2001 wurde mit Hilfe der holländischen Organisation EZRA ein Projekt in Codlea gestartet, wo benachteiligte Kinder Schulspeisung und Hausaufgabenhilfe erhielten. Der Staat richtete dann ein ähnliches Förderungsprogramm ein, so dass das Projekt des ASM im Sommer 2008 beendet werden konnte.

2004 begann der Verein, ausgewählte Romafamilien in dem Städtchen Dumbravita zu unterstützen.

Im Jahre 2006 wurde auf deutscher Seite die Scheytt-Stiftung gegründet, um einen rechtlichen Rahmen für die Verwaltung der Spenden zu schaffen. Bis dahin war dies durch das Kreiskirchenamt in Steinfurt erfolgt.